Schockhaarausfall nach einer Haartransplantation

Schockhaarausfall nach einer Haartransplantation

Viele Patientinnen und Patienten erschrecken, wenn sie nach einer Haartransplantation plötzlich Haare verlieren. Besonders in der zweiten Woche kann es passieren, dass scheinbar neu gewonnene Haare wieder ausfallen. Dieser Haarausfall ist jedoch ein vollkommen normaler und vorübergehender Prozess. Die verpflanzten Haarfollikel gehen zunächst in eine Ruhephase über, bleiben gesund und beginnen nach einer kurzen Erholungszeit erneut zu wachsen.

Wann tritt Schockhaarausfall auf?

Nachdem die Follikel eingesetzt wurden, benötigen sie Zeit, um sich in ihrer neuen Umgebung zu stabilisieren. In dieser Phase fallen die Haare aus, die noch an den transplantierten Follikeln haften. Das bedeutet keinesfalls, dass die Behandlung gescheitert ist.

Der Schockhaarausfall tritt meist zwischen der zweiten und vierten Woche nach dem Eingriff auf. Vor allem Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall können in dieser Zeit viele – manchmal sogar alle – implantierten Haare verlieren. Sobald sich die Follikel fest verankert haben, beginnen sie zuverlässig neue Haare zu bilden. Auch bei Männern zeigt sich das gleiche Muster: ein Ausfall in den ersten Wochen, gefolgt von neuem, dichterem Haarwachstum im Verlauf des ersten Jahres.

Warum kommt es zum Schockhaarausfall?

Der vorübergehende Verlust entsteht durch das operative Trauma an der Kopfhaut, das während der Transplantation unvermeidbar ist. Besonders dort, wo Grafts in Bereiche mit vorhandenen Haaren eingesetzt wurden, reagieren die natürlichen („nativen“) Haare empfindlich und können in die Ruhephase übergehen.

In seltenen Fällen kann auch das verwendete Lokalanästhetikum den Haarausfall begünstigen. Diese Reaktion ist jedoch ebenfalls nur temporär – die Follikel erholen sich vollständig und wachsen anschließend normal weiter.

Wann beginnen die Haare wieder zu wachsen?

Etwa vier Monate nach der Haartransplantation durchbrechen die ersten neuen Haare langsam die Kopfhaut. Anfangs sind sie so fein, dass man sie eher spürt als sieht. Im Laufe von zwölf bis achtzehn Monaten werden sie kräftiger, dichter und dunkler, bis das endgültige Ergebnis sichtbar ist.

Der Schockhaarausfall ist damit nur eine Phase des natürlichen Wachstumszyklus – und wird meist schneller vergessen, als viele erwarten.

Kann man Schockhaarausfall vermeiden?

Leider lässt sich dieser Prozess nicht vollständig verhindern, da er Teil der natürlichen Reaktion der Kopfhaut ist. Die gute Nachricht: Der Ausfall ist immer nur vorübergehend, und alle Haare wachsen wieder nach. Spender- und Empfängerbereich benötigen durchschnittlich 9–12 Monate, um sich vollständig zu regenerieren.

Während der Nachwuchsphase wachsen die Haare zunächst dünner und heller nach, gewinnen dann aber Monat für Monat an Stärke und Struktur. Um diesen Prozess zu unterstützen, empfehlen viele Fachärzte die Anwendung von Minoxidil-Lotion, da sie geschrumpfte Follikel reaktivieren und das Haarwachstum zusätzlich stimulieren kann.